Wie alles begann ...

 

 

Foto: Heartbeat
Die Story von Soko-Lehrling

Das Handwerk benötigt Fachkräfte, die ihren Beruf technisch beherrschen und auch lieben. Und die Branche braucht Fachkräfte, die die entsprechende soziale Kompetenz aufweisen, die Bedürfnisse ihrer Kunden verstehen, auf diese eingehen und deren Aufträge erfolgreich abwickeln. Das Thema der sozialen Kompetenz wird in unserer Gesellschaft immer wichtiger, jetzt geht es darum, dem Tischlernachwuchs diese entsprechend zu vermitteln.

Aufgeweckt durch das immer prekärer werdende Problem des Facharbeitermangels gab es im Juli 2009 ein erstes Gespräch zwischen dem Tischlermeister Gerhard Scheschy als Verantwortlichem für die Lehrlingsausbildung im Bezirk Rohrbach und Herrn Wolfgang Mahringer vom Möbel- und Holzbau-Cluster als Betreuer des Tischlereibereiches. Thema war dabei die Steigerung der Attraktivität des Lehrberufes Tischler, um langfristig genügend interessierte und fähige Lehrlinge zu finden.

Nach einer umfassenden Marktrecherche wurde ein sehr junges Konzept von der Fa. HEARTBEAT als aufschlussreich erachtet und vor einer ausgesuchten, möglichen Anwendergruppe präsentiert. Das Konzept entsprach in den Grundzügen genau der geforderten Aufgabenstellung, sollte jedoch noch speziell für die Anforderungen im Tischlereibereich adaptiert werden.

Eine Arbeitsgruppe mit zukunftsorientierten Tischlern wurde gegründet, die das Ausbildungskonzept an die branchenspezifischen Anforderungen anpasste. Weiteres wurde beschlossen, in einer Pilotwoche die Akzeptanz bei den betroffenen Lehrlingen zu testen und danach weitere Schritte zu setzen. Durch die Unterstützung der Landesinnung konnte bei diversen Bezirksversammlungen der Tischler das Konzept präsentiert und die Pilotwoche beworben werden.

Mit 24 Lehrlingen von 15 verschiedenen Betrieben konnte im Frühling 2010 die Pilotwoche SOKO Lehrling durchgeführt werden. Es war ein tolles Erlebnis zu beobachten, dass im Laufe dieser Ausbildungswoche das Selbstvertrauen der Jugendlichen stieg, der Mut mitzureden und mitzudiskutieren plötzlich bei allen vorhanden war. Als Resümee kam von den Teilnehmern einstimmig, dass sie eher skeptisch hingefahren waren, es aber „VOI SUPA!“ war.

Durch die Initiierung dieser Lehrlingsausbildung von mehreren Firmen ist etwas gelungen, das in der Tischlerbranche besonders ist, nämlich gemeinsam an einem Strang ziehen und etwas verwirklichen, das normalerweise nur sehr große Unternehmen umsetzen können: eine richtungsweisende Lehrlingsausbildung!